Rezension: Imperium von Robert Harris

[aartikel]3453470834:right[/aartikel]Er war einer der größten Redner, Anwälte und Staatsmänner des römischen Imperiums und Marcus Tullius Tiro hatte die Pflicht aber zugleich die Ehre ihm als Sklave zur Seite zu stehen: Cicero. Mit über 100 Jahren – und nach dem Tode seines Herren – längst auf dem Land in Freiheit lebend, schreibt Tiro – Erfinder der Stenographie – die Geschichte seines ehemaligen Besitzers und Freund nieder, so wie dieser es gerne gewollt hätte. Er erinnert sich an seine Reden und seine Fälle, seine staatlichen Spagate und seine Zwiespalte zwischen dem Wunsch ein großer Staatsmann zu werden und seinem eigenen Gewissen treu zu bleiben. Tiro lässt die Geschichte lebendig werden und weist dabei auf die verführende Macht der Worte hin, welche einen Menschen zum Aufstieg, aber auch zum unendlichen Fall verhelfen können. Macht korrumpiert, aber Macht macht auch vieles möglich.

Kritik zu Imperium

Mit seinem historischen Roman „Imperium“ ist Robert Harris eines seiner besten Bücher bisher gelungen, welches in einem entspannten und gut leserlichen Stil verfasst wurde. Endlich macht es Spaß mit dem Autor in die Historie abzugleiten und sich in der Geschichte der Vergangenheit zu verlieren. In früheren Werken neigte er manchmal zu einem leicht angeberischen, unbedingt beweisen wollenden Stil, wie viel historisches Wissen er selber besitzt. Dies ist in Imperium ohne Frage – trotz des Themas und der stets im passenden Moment angebrachten Detailtreue in vielen Bereichen – nicht mehr gegeben. Harris vergisst auch bei diesem historischen Thema nicht die Spannung und zugleich nutzt er eine gute Prise Humor, welche nicht selten mit Ironie gepaart ist.

Zwischendrin weist das Buch zwar einige schwache Momente auf, in denen es über einige – vergleichsweise – wenige Seiten langatmig wird, aber das Gesamtbild stimmt allemal. Auch die Charaktere werden erstaunlich real und erfrischend an einigen Stellen wiedergegeben, so dass die Sympathie oder Antipathie zwar im Großen und Ganzen leicht zu vergeben, aber nicht selten auch abhängig der Situation ist, wie es im wahren Leben ebenso oft der Fall sein kann. Zu all dem erhält man einen schönen Überblick über das antike Rom und dessen politischen Struktur und Ordnung, welches einem gleichzeitig die Unterschiede zu heute und die Vor- und Nachteile beider Systeme zu präsentieren weiß. Diese Rezension zu dem historischen Roman „Imperium“ von Robert Harris wurde verfasst von Micky.