Rezension: Die Seelenfotografin von Charlotte Freise

[aartikel]349925512X:right[/aartikel]Was, wenn man sich nicht mehr an seine Vergangenheit erinnern kann? Was wenn man durch eine Krankheit scheinbar keine Zukunft mehr hat? Was, wenn man sich verliebt, obwohl man sich nicht verlieben darf? Die junge Isabell, an den Rollstuhl gefesselt und der Wanderfotograf Ruven treffen eines Tages im Berlin der Gründerzeit aufeinander und es entsteht zwischen ihnen eine bemerkenswerte Beziehung, basierend auf dem Gefühl der Seelenverwandtschaft. Die Fotografie wird zu einer Passion beider, denn Isabell will dem jungen Mann helfen ein neues Verfahren zu etablieren. Als ihre Krankheit sich verschlechtert und sie wenig Hoffnung auf Rettung hat, versucht sie zudem etwas Außergewöhnliches, ein Verfahren, das es ermöglichen soll, das sie auch nach dem Tode noch weiterleben kann: die Seelenplatte.

Kritik zu Die Seelenfotografin von Charlotte Freise

Charlotte Freise – hierbei handelt es sich um das Pseudonym der Autorin Karla Schmidt – hat mit ihrem Buch „Die Seelenfotografin“ den gelungenen Versuch gewagt einen Historischen Roman zu schreiben, welcher im Berlin der Gründerzeit spielt. Dabei mischt sie in ihrer Handlung eine Liebesgeschichte mit einer verworrenen Familientragödie, der Geschichte der Fotografie und dem Wunsch des ewigen oder zumindest länger währenden Lebens. Die Charaktere sind mehrdimensional und detailliert dargestellt, wodurch eine große Tiefe und Menschlichkeit garantiert ist. Der Hauptcharakter Isabell fordert beim Leser diverse Gefühle heraus, die von Faszination und Bewunderung über Abscheu und Mitleid geht. Sie ist die treibende Kraft des Buches und man fühlt sich hin und her gerissen, wenn es um sie geht.

Die Sprache der Autorin ist in diesem Buch bildhaft und sehr darstellend – die Beschreibung des damaligen Berlins sehr detailliert und wirklichkeitsnah. Der Schreibstil ist angenehm und in der Regel gut zu lesen, aber trotz aller Qualitäten lässt das Buch oftmals an Spannung missen, weshalb es streckenweise langweilig ist. Freunde der feineren Töne und leiseren Geschehnisse werden dennoch ihre Freude mit diesem Werk haben. Diese Rezension zu dem historischen Roman „Die Seelenfotografin“ von Charlotte Freise wurde verfasst von Micky.