Der Prinzessinnenmörder von Andreas Föhr

Der bayerische Landkreis Miesbach nahe der österreichischen Landesgrenze ist ein beschauliches Idyll – wäre da nicht der grausige Fund an einem kalten Januartag: Ausgerechnet Polizeiobermeister Kreuthner selbst findet das Opfer. Die Leiche des erst fünfzehnjährigen Mädchens ist wie ein Kunstwerk drapiert: Mit einem brokatverziertem, goldglitzerndem Kleid angezogen und einer Metallplakette, die ihr in den Mund gesteckt wurde, gibt die Leiche gleich mehrere Rätsel auf. Sonderbarerweise steht auf der Plakette die Ziffer Eins. Auch der Fundort der Leiche unmittelbar in der Nähe eines Marterls scheint kein Zufall zu sein. Als wären die seltsamen, symbolträchtigen Arrangements nicht genug, taucht kurz nach dem ersten Leichenfund ein zweites Opfer auf – ein junges Mädchen, wie das erste Mordopfer, und ebenfalls mit einem goldschimmernden Kleid versehen. Kreuthners Vorgesetzter, Kommissar Wallner, stellt eine düstere Prognose auf – er sieht hier die Taten eines Serienmörders vor sich. Spontan wird eine Sonderkommission zusammen gestellt, um die brutalen Verbrechen möglichst schnell aufzudecken.

Ermittler zwischen Schreckenstaten und Weihnachtsplätzchen

Der zugefrorene Spitzingsee, der Fundort des ersten Opfers, ist nicht gerade zuträglich für den immerzu frierenden Kommissar Wallner, der, wie im vorliegenden Roman zu erfahren ist, nach seiner Scheidung bei seinem Großvater wohnt. Der Großvater ist recht unkonventionell, bäckt auch schonmal Weihnachtsplätzchen für das Ermittlerteam und will mit dieser Geste für moralischen Auftrieb sorgen – selbst wenn die Menge an Plätzchen den Appetit der Ermittler auch übersteigt. Ansonsten ist Großvater Wallner weiblichen Reizen äußerst zugetan. Beruflich sehr erfolgreich, fällt Clemens Wallner durch zahlreiche, sympathische Marotten auf. Sein Kollege Kreuthner, der mit von der Partie ist, ist ein eher mürrischer Charakter und hat die Angewohnheit, ständig zu spät zu kommen. Nachdem er, auch noch in angetrunkenem Zustand, die erste Leiche gefunden hatte, prahlt er nun damit vor seinen Stammtischkollegen. Auch für seinen Auszubildenden ist er nicht gerade ein leuchtendes Vorbild, doch dieser ist blind für Kreuthners Unzulänglichkeiten und bewundert seinen Chef vorbehaltlos. Bei den Ermittlungen im „Prinzessinenmord“ ist es dennoch Kreuthner, der schließlich einen entscheidenden Hinweis gibt, der zur Auflösung der Mordserie beiträgt. Doch bis dahin zeigt sich die Aufklärung der Fälle als äußerst kompliziert, denn der Mörder ist dem Ermittlerteam immer um mehrere Schritte voraus, da er seine Taten ganz offensichtlich genauestens plant.

Dies ist der zweite Band der Wallner & Kreuthner-Krimis von Andreas Föhr. Hier findet ihr die Krimis von Andreas Föhr in der richtigen Reihenfolge.